Das HoloLens 2 AR-Headset kann jetzt beim Autofahren verwendet werden

Microsoft hat sich mit dem deutschen Automobilhersteller Volkswagen zusammengetan, um ein AR (Augmented Reality)-GPS-Navigationssystem zu entwickeln, das auf dem Mixed-Reality-Headset HoloLens 2 von Microsoft basiert. Die Moving Platform, wie sie von Microsoft genannt wird, soll Volkswagon-Fahrer mit Echtzeit-Navigations- und Sicherheitsinformationen während der Fahrt versorgen.

Wir sind der Meinung, dass Mixed-Reality-Informationen die intuitivsten Informationen sind, die wir unseren Kunden zur Verfügung stellen können, um ihr Nutzererlebnis zu verbessern, so Dr. Andro Kleen, Leiter des Data-Science-Teams bei Volkswagen Group Innovation in einem offiziellen Blogbeitrag. Denn was man dort sieht und was man verarbeiten muss, ist sehr nah an dem, was Menschen normalerweise sehen und verarbeiten. Es ist nicht so abstrakt.

Das HoloLens 2 AR-Headset kann jetzt beim Autofahren verwendet werden

Offenbar experimentiert Volkswagen schon seit einiger Zeit mit AR-Navigation. Im Jahr 2015 begann das Unternehmen mit der Arbeit an einem Forschungsprojekt namens Race Trainer, bei dem AR-Technologie mit selbstfahrenden Fahrzeugen kombiniert wurde, um Fahrern das Rennfahren beizubringen. Das System würde das HoloLens 2-Headset verwenden, um virtuelle Anweisungen wie Lenk- und Bremshinweise über die reale Welt zu projizieren, während sie fahren. Leider geriet das Projekt aufgrund von Problemen mit dem Tracking ins Stocken. Sobald sich das Fahrzeug in Bewegung setzte, wurden auch die holografischen Bilder der HoloLens 2 sichtbar.

Wir hatten ausführliche Diskussionen, sagt Marc Pollefeys, Leiter des Mixed Reality and AI Lab von Microsoft in Zürich, Schweiz. Sie präsentierten ihre Anwendungsfälle und was sie zu ermöglichen hofften. Sie waren sehr daran interessiert, mit uns zusammenzuarbeiten, um eine Lösung zu finden und HoloLens in diesen Situationen einsetzen zu können.

Das HoloLens 2 AR-Headset kann jetzt beim Autofahren verwendet werden

2018 schlossen sich Microsoft und Volkswagen erneut zusammen, um dieses langwierige Rätsel zu lösen. Pollefeys Team entwickelte einen Algorithmus für die HoloLens 2, der die Bewegung des Fahrzeugs berücksichtigt, um ein komfortables AR-Navigationserlebnis zu bieten, bei dem das Tracking nicht verloren geht. Dieser Prozess war alles andere als einfach, da Pollefey und sein Team aufgrund der COVID-19-Pandemiebeschränkungen in der Schweiz gezwungen waren, von ihren jeweiligen Wohnungen aus zu arbeiten.

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Wir mussten eine Menge Tests in meiner Wohnung durchführen. Das sind keine idealen Entwicklungsbedingungen, sagte Joshua Elsdon, ein leitender Software-Ingenieur bei Microsoft, der von zu Hause aus an dem Projekt arbeitete. All diese Dinge wurden aus der Ferne und über verschiedene Länder verteilt durchgeführt, was sehr interessant war.

Das HoloLens 2 AR-Headset kann jetzt beim Autofahren verwendet werden

Nach anfänglichem Prototyping konnte das Team schließlich in der Nähe des Microsoft-Campus in Redmond gemeinsam mit Volkswagen Tests durchführen, zunächst mit Freizeitbooten, dann mit Kraftfahrzeugen. Das Team nutzte ein 3D-Positionierungssystem, um die Position des Fahrzeugs in Bezug auf das Headset zu verfolgen, und konnte so 3D-Informationen über die reale Umgebung des Benutzers legen. So konnte beispielsweise eine 3D-Live-Karte auf das Armaturenbrett des Fahrzeugs projiziert werden, so dass der Benutzer seinen aktuellen Standort überprüfen konnte, ohne den Blick von der Straße abzuwenden.

Wir haben ein Ortungssystem angeschlossen, das den Standort des Fahrzeugs verfolgt. So konnten wir 3D-Elemente wie Informationen zu Sehenswürdigkeiten auch außerhalb des Fahrzeugs platzieren, sagt Michael Wittkämper, Augmented-Reality-Experte bei Volkswagen. Damit eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten, Hologramme nicht nur im Blickfeld des Fahrers nach vorne darzustellen, sondern auch dort, wohin der Brillenträger schaut.

Nach Angaben von Microsoft hat das Moving Platform-System des Unternehmens bereits das Interesse verschiedener maritimer Organisationen geweckt. Die Plattform ist derzeit für den Einsatz auf großen Schiffen verfügbar, das Unternehmen plant jedoch, die Unterstützung in Zukunft auf andere sich bewegende Umgebungen wie Flugzeuge, Züge und Aufzüge auszuweiten.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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